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"Ich fand es toll, dass wir in den ersten Wochen so oft zum Wilden Westen gehen konnten und da Tiere für das Naturtagebuch beobachtet haben." Celina (10 Jahre)

„Campus Ohlenhof" nimmt Gestalt an

Seit fast zwei Jahren gibt es in Gröpelingen eine Schule ohne eigenes Schulgebäude. Das soll nicht so bleiben. Bei einer sehr gut besuchten Beiratssitzung wurde der Architektenentwurf präsentiert, der nicht nur der hochkarätigen Jury und dem Beirat, sondern auch dem Gröpelinger Nachwuchs am besten gefällt. Bis der „Campus Ohlenhof" steht, wird es aber noch mindestens fünf Jahre dauern.VON ANKE VELTEN

Ohlenhof. Wie die neue Oberschule Ohlenhof einmal aussehen wird, davon konnten sich gerade viele Gröpelingerinnen und Gröpelinger selbst ein Bild machen. Während der Sitzung des Gröpelinger Stadtteilbeirates im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen wurde nun offiziell der Entwurf vorgestellt, der die Jury des ausgelobten Architektenwettbewerbs überzeugt hatte. Schulraumplanerin Anne Lüking konnte das positive Votum des Beirats mitnehmen. Nun kann die Bildungsdeputation die weiteren Schritte ei! nleiten. Dafür ist die Geduld der Gröpelinger gefragt: Bezugsfertig wäre der Schulneubau voraussichtlich erst Anfang 2019, schätzt Anne Lüking.
Unter 46 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet entsprach die Variante des Berliner Architekturbüros Alten Architekten am meisten den Vorstellungen der Auftraggeber. Architekt Dirk Alten präsentierte den Anwesenden der sehr gut besuchten Sitzung seine Vision einer modernen Schule, in der sich die Schüler wohlfühlen, die sich maßstabsgerecht in das Umfeld einfügt und die baulichen Voraussetzungen für eine Nutzung auch durch andere Menschen und Institutionen im Stadtteil eröffnet: So versteht man in Gröpelingen nämlich den Begriff des „Campus".
Erdgeschoss wird offenes Foyer
Das eigentliche Schulgebäude für eine zukünftig vierzügige Schule haben die Berliner Architekten am Halmerweg positioniert. Es handel! t sich dabei um einen kompakten dreigeschossigen Baukörp! er in Pa ssivhaus-Bauweise. Das Erdgeschoss, laut Architekt Alten „Herz der Schule", ist als offenes Foyer gedacht. In den beiden oberen Geschossen sollen sich die Unterrichts- und Differenzierungsräume befinden, die nach Jahrgängen aufgeteilt sind, sowie die zentralen „Lehrerstützpunkte" und offene Arbeitsbereiche. Viel natürliches Licht und Transparenz gehören zu den Stilmerkmalen der Berliner: „Dunkle Wege und geschlossene Türen planen wir nicht", erklärte Dirk Alten. Die Turnhalle soll nach dem Vorschlag des Entwurfs parallel zum Mählandweg gebaut werden. Der „Ganztagsbereich" mit Mensa und Aufenthaltsräumen wiederum soll am Halmerweg zwischen Schulgebäude und Grundschule stehen.
Auch bei den Kindern der Oberschule sei der Berliner Entwurf der Favorit gewesen, berichtete Oliver Behnecke („Lernen vor Ort"), zuständig im Auftrag der Bildungssenatorin f&u! uml;r den Beteiligungsprozess mit den Gröpelinger Kindern, Nachbarn und Institutionen. Für die Jury hatte neben diversen anderen Kriterien auch die Tatsache eine Rolle gespielt, dass der Berliner Entwurf drei Elemente vorsehe, die unabhängig voneinander gebaut werden können: Das hatte zuvor der Hamburger Berater Uwe Drost erklärt, der mit der Durchführung von Workshop und Architektenwettbewerb beauftragt war. Gleichzeitig gebaut werden sie wohl auch nicht, erklärte Schulraumplanerin Lüking: Voraussetzung für den Bau einer Mensa wäre nämlich, dass die Oberschule zur Ganztagsschule umgewandelt wird.
Sorgen machten mehreren anwesenden Nachbarn der befürchtete zusätzliche Durchfahrtsverkehr und die Parksituation rund um den Halmerweg. Ein Parkplatz ist zwischen Schulgebäude und Sporthalle mitgeplant, das neue Planungsrecht werde diesen Aspekt ebenfalls berücksichtigen, versicherte Stadtplanerin Georgi! a Wedler.
Den künftigen Zeitplan konnte Anne Lü! ;king sc hildern: Unter der Voraussetzung, dass die Bildungsdeputation am 23. Mai dem Bau zustimmt, werde Immobilien Bremen die weitere Planung einleiten. Mit einer Kostenschätzung sei im Januar 2015 zu rechnen, mit einer belastbaren Kostenberechnung im folgenden August. Nach Ablauf des formalisierten Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahrens könnten die Bauarbeiten Anfang 2017 beginnen. Nach einer geschätzten 24-monatigen Bauzeit wäre der Komplex folglich Anfang 2019 fertiggestellt.
Pavillon drei der Grundschule am Halmerweg wird schon zum kommenden Schuljahr nicht mehr für alle Schülerinnen und Schüler der Oberschule Ohlenhof ausreichen. Mit Containerlösungen wird die Schule deshalb noch leben müssen, bis der Neubau steht. Damit allerdings habe die Bildungsbehörde reichlich Erfahrung, versicherte Anne Lüking. „Die nächsten Jahre werden keine leichte Zeit", prognostizierte die Schulraumplanerin der Bildu! ngsbehörde und appellierte an den ganzen Stadtteil, in der Übergangszeit „weiter hinter dieser Schule zu stehen".

Oberschule Ohlenhof
Halmerweg 71, 28237 Bremen
Tel: 0421 361 94246
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