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"Ich fand es toll, dass wir in den ersten Wochen so oft zum Wilden Westen gehen konnten und da Tiere für das Naturtagebuch beobachtet haben." Celina (10 Jahre)

Vorbild sind die sieben Faulen

15 000 Euro hat der Verein „Die Sieben Faulen" mit seinem 2. Innovationspreis an drei Projekte vergeben. Die Jury würdigt gute Ideen zum Wohle der Gemeinschaft – ganz in der Tradition der Bremer Geschichte von den sieben Faulen.
VON FRAUKE FISCHER

Bremen. Wenn man Frauke Wilhelm fragt, warum „Golden City 2014" den Innovationspreis des Vereins „Die Sieben Faulen" bekommen hat, antwortet sie prompt: „Was wir machen, passt dazu wie die Faust aufs Auge." Golden City – der Name steht nicht nur für die temporäre Hafenbar im Europahafen und diverse Veranstaltungen dort. Dahinter steht auch die Philosophie, die Geschichten der alten Hafengebiete und der Menschen, die dort lebten und arbeiteten, mit der Gegenwart in der Überseestadt zu verknüpfen. Das sorgt für bunte Vielfalt in diesem neuen Ortsteil Walles. Davon ist die Jury des Innovationspreises überzeugt.
V! ielfalt, Lebendigkeit – solche Begriffe passen zu dem, was „Die Sieben Faulen" fördern wollen: „Innovatives Denken und Handeln, neue Ideen, die das Leben einfacher, schöner, angenehmer, liebenswürdiger und lebenswerter machen", so heißt es in der Ausschreibung. Damit verpflichtet sich der Verein einer Geschichte, nämlich der von den sieben faulen Brüdern, die im 19. Jahrhundert Friedrich Wagenfeld niederschrieb.
Die sieben jungen Männer zogen für mehrere Jahre fort, um ihr Glück zu suchen. Zurück kamen sie mit Spaten und Schaufeln und vielen guten Ideen, die Weserniederungen zu entwässern, Brunnen und Wasserleitungen zu bauen. Die Nachbarn indes beäugten die kreativen Köpfe misstrauisch und sagten ihnen Faulheit nach. Sie hätten nur keine Lust, Wasser zu schleppen, gab Heinz Glässgen diese alte Geschichte bei der Preisverleihung wieder. Der ehemalige Radio-Brem! en-Intendant ist Vereinsmitglied und übernahm den Vorsit! z der Ju ry. Glässgen: „Faulheit ist eine wichtige Triebfeder. Die Menschen wollen sich das Leben bequemer machen."
Für das Projekt „Golden City" und die übrigen Preisträger mag vor allem zutreffen, dass sie das Leben angenehmer machen, unterschiedliche Menschen zusammenbringen, integrieren und Horizonte erweitern möchten.
2013 wurde die Hafenbar „Golden City" für drei Monate im Europahafen eröffnet, dieses Jahr sogar für vier Monate. Sie erinnert an jene Zeit, als Seeleute, Hafenarbeiter, Halbweltvertreter und Rotlichtangehörige die Gegend belebten. Ihre Geschichten werden durch Musik, Theater und Lesungen auch diesen Sommer wieder „mit viel Herzblut und Engagement" lebendig gemacht, lobte Laudator Martin Klinkhammer, der mit Barbara Lison, Birgitta Rust, Joachim Treusch, Rajab Ibrahim und Heinz Glässgen zur Jury gehörte. Doch es geht nicht nur um das Nostalgiegef&! uuml;hl, sondern um das Gemeinschaftsgefühl in der neuen Überseestadt, betonte Frauke Wilhelm.
Ähnlich motiviert sehen sich auch die Vertreter des Vereins „Integration durch Kunst". Sie arbeiten auf der Bühne mit Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Herkunftsländern und geben ihnen dort Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung. Für dieses Projekt gab es jetzt 3000 Euro Preisgeld. Die verbliebenen 2000 Euro teilen sich „Jung und Alt gemeinsam" (von der Seniorenwerkstatt der Egestorff-Stiftung mit der Klasse 3a der Grundschule Mahndorf) und das „Internationale, kultur-künstlerische Workshop-Angebot" der Oberschule Ohlenhof in Gröpelingen.
Eine lobende Erwähnung erhielt das Projekt „WebAPP Kunstportal Bremen", das öffentliche Kunstwerke, Denkmäler, ihre Standorte und Informationen darüber in einer App abrufbar machen möchte. Die Realisier! ung hängt von Fördergeldern ab.

Oberschule Ohlenhof
Halmerweg 71, 28237 Bremen
Tel: 0421 361 94246
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