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"Ich fand es toll, dass wir in den ersten Wochen so oft zum Wilden Westen gehen konnten und da Tiere für das Naturtagebuch beobachtet haben." Celina (10 Jahre)

Wo wird die Oberschule Ohlenhof gebaut?

Mitte Mai soll der Standort feststehen und Ende des Jahres soll es ein festes Planungsteam geben: Die beiden Hamburger Berater Uwe Drost und Frauke Brockhausen haben im Fachausschuss „Standortentwicklung Oberschule Ohlenhof“ den Zeitplan für die nächsten Schritte in Richtung „Campus Ohlenhof“ vorgestellt. 16,4 Millionen Euro stehen insgesamt für Planung und Bau der Schule zur Verfügung.
VON ANNE GERLING

Ohlenhof. Im Sommer ist die neue Oberschule Ohlenhof in einem Pavillon der Grundschule am Halmerweg gestartet. Jetzt wird nach dem idealen Standort für sie gesucht. Bei diesem Prozess – der zu einem „Campus Ohlenhof“ führen könnte – hat der Stadtteil jetzt Unterstützung aus Hamburg bekommen: Im Fachausschuss „Standortentwicklung Oberschule Ohlenhof“ des Gröpelinger Beirats haben die beiden Architekten Uwe Drost und Frauke Brockhausen von der Firma D&K! Drost Consult nun die weiteren Planungsschritte zur Entwicklung des zukünftigen Schulstandortes vorgestellt.

Seit mehr als zwölf Jahren beraten und begleiten die Hamburger private und öffentliche Kunden bei der Durchführung von Wettbewerben, Workshops und Vergabeverfahren. Im Auftrag der Bildungsbehörde haben sie auch das zweistufige Wettbewerbsverfahren ausgearbeitet, bei dem sich zuerst der genaue Standort für die neue Oberschule und dann auch ein architektonischer Entwurf herauskristallisieren soll.
Welche Flächen stehen zur Verfügung und wie viel Fläche wird benötigt? Auf welche Besonderheiten ist zu achten? Für den städtebaulichen Wettbewerb zur Standortfestlegung hat das Hamburger Unternehmen sämtliche Rahmenbedingungen zusammengetragen, um auf dieser Basis das Wettbewerbsverfahren zu steuern.
Ensemble steht unter Schutz
7200 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und eine Drei-Fe! ld-Sporthalle, 530 Schüler, 40 Lehrer und ein Investition! svolumen von 16,4 Millionen Euro für Planung und Erstellung: Das sind die konkreten Eckdaten, von denen sie ausgehen. 77 300 Quadratmeter beplanbare Fläche gibt es demnach insgesamt; sie umfasst das Gemeinschaftshaus Stuhmer Straße inklusive Suppenküche, den Streichelzoo „Wilder Westen“, ein daran anschließendes Gebiet mit Kleingärten, das Freizi Gröpelingen und den benachbarten Spiel- und Bolzplatz sowie ein zum Verkauf stehendes 9800 Quadratmeter großes Grundstück an der Wummensieder Straße. „In der Summe wirkt das viel, es reduziert sich aber“, stellt Uwe Drost schnell klar. Denn das Gebäude-Ensemble der Grundschule steht unter Denkmalschutz und deshalb darf die Fläche um sie herum – insgesamt 25 816 Quadratmeter – nicht bebaut werden. Behördlicherseits sei man äußerstenfalls bereit, darüber nachzudenken, ob an ein Gebäude „angedockt“ w! erden könne, so Frauke Brockhausen.
Einen genauen Lageplan aller schützenswerten Bäume auf der Gesamtfläche sollen die Wettbewerbsteilnehmer mit auf den Weg bekommen; sie erhalten außerdem Informationen zum Planungsrecht, das nicht überall alles erlaubt. Und auch das Thema Lärm beziehungsweise Lärmschutz müssen sie bei ihren Überlegungen im Auge haben, denn je näher das oder die zukünftigen Schulgebäude an Bahnlinie und Rangierbahnhof heranrücken, desto mehr müsste passiver Lärmschutz einkalkuliert werden – zumal für die Zukunft dort mit mehr Güterverkehr zu rechnen ist.
Die Erschließung des „Campus Ohlenhof“, so die Vorgabe, müsse auf jeden Fall vom Halmerweg aus erfolgen. Auch diverse Besonderheiten spielen bei den Überlegungen zur Schul-Platzierung eine Rolle: Schulleitung, Kollegium und Ortspolitik favorisieren etwa das pädagogisch! e Konzept von Jahrgangshäusern. Und wenn irgendwo einer d! er beste henden Einrichtungen etwas weggenommen würde, müsste es an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Ein Freizi-Neubau allerdings würde geschätzte 2,8 Millionen Euro kosten. „Es müsste also sehr gut begründet werden, weshalb es verschoben werden müsste“, so Frauke Brockhausen. Auch könne das Grundstück an der Wummensieder Straße nur als Gesamtpaket erworben werden – „es müsste also gut ausgenutzt werden, um wirtschaftlich zu sein.“
„Alle Erfahrungen, Begegnungen und Berichte fließen in das Verfahren ein“, ergänzt Oliver Behnecke von „Lernen vor Ort“, der seit Juni im Auftrag der Bildungsbehörde die unterschiedlichen Akteure vor Ort in den Planungsprozess einbindet. Nachdem er im November mit einer Bremer Delegation den „Campus Rütli“ in Berlin-Neukölln besucht hatte, war Mitte Januar eine Gruppe in der Evangelischen ! Gesamtschule Gelsenkirchen und hat dort erlebt, wie 1200 Schüler von Klasse fünf bis 13 gemeinsam und in angenehmer Atmosphäre lernen.
Bei einem Ausflug zur Stadtteilschule Winterhude konnten wiederum noch mehr pädagogische Ideen gesammelt werden. Bei einem Workshop haben inzwischen außerdem Grund- und Oberschüler und Kinder und Jugendliche aus Freizi und Streichelzoo vom Hängemattenpark mit WLAN bis zum Badeteich ihre Ideen zu dem neuen Schulstandort zusammengetragen. Und auch die Lehrer von Grund- und Oberschule haben bei einem gemeinsamen Workshop darüber nachgedacht, wie Unterricht und Kooperation auf dem „Campus Ohlenhof“ aussehen könnten.
All dies soll im Wettbewerbsverfahren berücksichtigt werden. Um dessen Kostenrahmen nicht zu sprengen, sollen drei Büros an dem städtebaulichen Wettbewerb beteiligt werden, dafür vorgeschlagen haben Drost und Brockhausen drei in diesem Bereich ver! sierte Büros: Petersen Pörksen Partner Architekten u! nd Stadt planer aus Lübeck, das Berliner Büro Alten Architekten und Kai Richter aus Hamburg.
Vertreter der Ressorts Bau und Bildung, von Immobilien Bremen, der Hochschule, der Oberschule und des Beirats sowie der benachbarten Grundschule, der Denkmalpflege, aus dem Amt für Soziale Dienste und Sachverständigen für die Fachgebiete Lärm und Verkehrserschließung sollen in der Jury sitzen. Sie könnte bei einem Versand des Auftragspapiers noch vor Ostern am 16. Mai ihr Urteil fällen, so dass sich dann ab Ende Mai Architekten für den anschließenden EU-weiten hochbaulichen Wettbewerb bewerben könnten.
Ende Oktober, so die Planung, würde der Siegerentwurf feststehen. „Unser Anliegen ist, dass Sie Ende des Jahres Ihr Planungsteam präsent haben“, sagt Frauke Brockhausen.
Wo wird die Oberschule Ohlenhof gebaut?
Mitte Mai soll der genaue Ort feststehen: Wettbewerbsverfahren zum Schulstandort star! tet noch vor Ostern

Oberschule Ohlenhof
Halmerweg 71, 28237 Bremen
Tel: 0421 361 94246
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