Elternkaffee6.jpg

"Ich fand es toll, dass wir in den ersten Wochen so oft zum Wilden Westen gehen konnten und da Tiere für das Naturtagebuch beobachtet haben." Celina (10 Jahre)

Spatenstich Oberschule Ohlenhof

Erster Schulneubau seit Jahren

Nach langjährigem Hickhack gibt es jetzt den Spatenstich für den Ohlenhof

Gröpelingen. Pünktlich zu den Wahlen ist bei gleich mehreren zähen Gröpelinger Bauprojekten nun doch noch der Knoten geplatzt: Gerade erst ist der Grundstein für die neue Mensa der Grundschule am Pastorenweg gelegt worden, und nun rollen auch an der Ecke Halmerweg/Mählandsweg beim Rangierbahnhof die Bagger, wo sich mit dem Baubeginn der Oberschule Ohlenhof endlich ein besonders komplizierter und nervenaufreibender Prozess seinem glücklichen Ende entgegenbewegt.

Die Geschichte der jungen Schule, manch einer erinnert sich, ist durchaus bewegt: Zwei Jahrzehnte lang hatten Eltern und Gröpelinger Beirat händeringend eine vierte Oberschule für den Stadtteil gefordert, in dem vergleichsweise viele Kinder und Jugendliche leben. „Jedes Jahr haben sich 300 Kinder aus den Grundschulen an den Oberschulen im Stadtteil beworben, es gab aber nur 170 Plätze. So wurden dann an Waller Oberschulen zusätzliche Klassenzüge eingerichtet. Das war schon heftig“, erinnert sich Ortsamtsleiterin Ulrike Pala, die ab 2001 als Stadtteilsachgebietsleiterin das Beiratsgebiet Gröpelingen betreut hat und erzählt: „Wir haben uns riesig gefreut, als es hieß, wir kriegen eine vierte Oberschule.“ Diese Einrichtung namens Oberschule Ohlenhof war zum Schuljahr 2012 / 13 gestartet. Übergangsweise hatte die damalige Bildungssenatorin Renate Jürgens-Piper (SPD) sie zunächst in einem Pavillon der Grundschule am Halmerweg untergebracht.

Es begann ein aufwendiges Verfahren mit mehreren Workshops, um Konzept und Entwurf einer zukünftigen Campusschule zu erarbeiten. Über das „Campus Parlament“ wurden an diesem Prozess Kinder und Jugendliche der Grundschule Halmerweg, der Oberschule Ohlenhof, vom „Wilden Westen“ und dem Freizi Gröpelingen beteiligt. Im Sommer 2015, kurz nach der Bürgerschaftswahl, kam mit dem rot-grünen Koalitionsvertrag dann der Schock: „Der neue Campus der Schule Ohlenhof wird nicht gebaut“, hieß es darin kurz und knapp. Berechnungen hatten ergeben, dass das Vorhaben deutlich teurer als ursprünglich geplant ausfallen würde.

Ein Aufschrei ging daraufhin durch den Stadtteil; Schüler, Eltern, Lehrer und Ortspolitiker protestierten lautstark und machten Bremens neuem Bürgermeister Carsten Sieling bei dessen Antrittsbesuch in Gröpelingen unmissverständlich klar, dass der Campus Ohlenhof dringend gebraucht wird. Im November 2015 wurde die Entscheidung schließlich zurückgenommen und die Bildungsdeputation sprach sich dafür aus, die Schule mit einem Neubau auszustatten.

Auch vier Jahre später allerdings werden die mittlerweile rund 250 Schüler in einem mobilen Interimsgebäude neben der Grundschule unterrichtet, das zwischenzeitlich erweitert wurde. Der erste Jahrgang, 2012 gestartet, hat die Schule im vorigen Sommer verlassen, ohne etwas vom zukünftigen Schulgebäude gesehen zu haben. Eltern und Schüler, die die Schule anwählen, brauchen besonders großes Vertrauen. Umso wichtiger und symbolträchtiger also, dass am Dienstag der offizielle Start der Bauarbeiten auf dem zukünftigen Schulgelände gefeiert werden konnte. In zwei Jahren soll der Neubau fertig sein.

„Nach fast sieben Jahren dürfen wir endlich den ersten Spatenstich feiern. Wir freuen uns, dass es zum ersten Mal richtig sichtbar, prüfbar und nachweisbar ist, dass wir existent sind. Das ist ein großer Erfolg für den Stadtteil“, konnte dabei nun vor allem Schulleiterin Silke Reinders nach sieben Jahren Hängepartie aufatmen, die ganz offensichtlich nicht den Humor verloren hat und ein Zitat anführte, das sowohl Johann Wolfgang von Goethe als auch Erich Kästner zugeschrieben wird: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Bei allen anderen Beteiligten bedankte sich Reinders für deren Durchhaltevermögen: „Liebe Kollegen, Ihr seid ein tolles Team und einer der Gründe, weshalb ich täglich gerne hierher komme. Und liebe Schüler: Ihr seid tolle Schüler!“

Ab jetzt können Reinders, ihr Kollegium, Schüler und Eltern ihrer neuen Schule also endlich beim Wachsen zuschauen: Kürzlich ist alles, was von dem Anfang 2016 geschlossenen Streichelzoo „Wilder Westen“ an der Stuhmer Straße noch übrig war, abgerissen worden. Das Spielhaus ist übergangsweise in einen Container auf dem Parkplatz beim Gemeinschaftshaus umgezogen, auf dem früheren Wilder-Westen-Areal entsteht nun der Neubau für die Oberschule.

„Unsere Erwartung ist, dass die Schule, die wir hier bauen, ein Leuchtturm wird. Hier entsteht die schönste Schule Bremens – digital, mit Ganztag und inklusiv. Eine Schule, die tatsächlich den höchsten Ansprüchen an Schule im 21. Jahrhundert gerecht wird und die übrigens der erste komplette Schulneubau seit vielen Jahren ist“, sagt dazu Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD), die 2015 ins Amt kam. Man habe aus der Geschichte der Oberschule Ohlenhof gelernt, sagt sie und führt als Beispiel die im Sommer 2017 gestartete Grundschule an der Humannstraße an, die ebenfalls einen Neubau bekommen wird: „Der Wettbewerb dazu hat bereits stattgefunden, diese Hängepartie wird es da also nicht geben.“

„Hier entsteht die schönste Schule Bremens – digital, mit Ganztag und inklusiv.“

Claudia Bogedan (SPD), Bildungssenatorin

Oberschule Ohlenhof
Halmerweg 71, 28237 Bremen
Tel: 0421 361 94246
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok